Lucy & Rico | Probeshooting in Dresden

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Ich kann mich gut an meine Anfangszeiten als Fotografin erinnern. Es war durchaus schnell klar, dass mir Hochzeiten liegen. Ich durfte an den Hochzeiten meiner Freunde wachsen. Der große Vorteil war: Meine Freunde kannte ich und wusste was gut zu ihnen passt und was nicht. Dann kamen meine ersten offiziellen Anfragen und alles war ganz anders. Zu wenig Zeit, zu unpersönlich, fremd und irgendwie so gar nicht abwechslungsreich. Besonders vordringlich waren diese Gefühle bei kurzen Begleitungen – Hinkommen, 30 Minuten Trauung, Gruppenbilder, Paarbilder, Ende.

Ich habe viel probiert und kann sagen:

  1. Das Leben und die Liebe sind überall, aber am wenigsten bei der Trauung. Zu viel Aufregung, oftmals sehr unpersönlich (sorry Goetheallee, aber Du schießt Jahr für Jahr den Vogel ab, 2018 führt mit einer 8-Minuten-Trauung Modell: *herzlichWillkommen-liebes Brautpaar-setzen-aufstehen-JA-Unterschrift-Ringe-Kuss-uuuuundTschüss*) und wenig Raum und Zeit für die großen Gefühle und Momente.
  2. So ein Hochzeitstag ist lang und schön – von früh bis Abends. Ich habe selbst gefeiert, ich weiß das. Und wenn ich das Album durchblättere, bleibe ich besonders an den Schnappschüssen mit unseren Freunden hängen. Und an den Ansgarbildern – da war er noch so eine kleine süße Knutschkugel :).
  3. Gäste mögen keine Fotografen. Also nicht sofort. Später, nach dem Kaffeetrinken und dem ein oder anderen Sekt schon. Und wenn sie merken, dass ich ein ganz normaler Mensch bin, kommen sie geströmt und wünschen sich ganz freiwillig Erinnerungsbilder im schönen neuen Anzug. Manchmal sogar mit Braut und Bräutigam ;). Diese Lockerheit kann man aber eben um die Trauung nicht erwarten – Vertrauen braucht Zeit.
  4. Und dann gibt es noch ein Geheimrezept:

Das Probeshooting

 

90 % der Pärchen, die ich fotografiere, sind nicht sonderlich fotoaffin. Da kommen als erstes Glaubenssätze wie „Ich hasse Bilder von mir“ oder „Es gibt kein einziges Foto, auf dem ich normal aussehe“, auch Wünsche wie z.B. nur die Schokoladenseite zu fotografieren. Dann gibt es viele Pärchen, die noch nie gemeinsam vor der Kamera standen und dementsprechend viele Unsicherheiten mitbringen.

Ich kann euch sagen: Das ist normal 😉 – ihr seid nicht allein. Und es ist völlig okey so. Nur – mit diesen Unsicherheiten ist es natürlich schwierig, das Fotoshooting auf der Hochzeit zu genießen. Der Tag ist eh schon aufregend genug: So viel Planung, die klappen muss, so viele Gäste, deren Ansprüchen man gerecht werden möchte etc.

Das Probeshooting fängt das alles komplett ab. Wir besprechen den Tag, die Abläufe und lernen gemeinsam die Location kennen. Ich zeige euch mögliche Posen, in denen ihr euch frei bewegen und zueinander finden könnt. Ihr lernt etwas über meine Erfahrungen und Ideen, wie ihr euch aus den Erwartungen der anderen lösen und euch miteinander fallen lassen könnt. Wichtig ist auch, dass wir uns aneinander gewöhnen können, denn ihr müsst euch vor Augen führen: Es gibt nur wenige Momente, in denen ich nicht da bin. Das braucht ihr aber auch nicht überbewerten – ich greife nur wenig ein und bin talentiert darin, mit dem Hintergrund zu verschmelzen ;).

Fast alle Pärchen empfinden gerade die Bilder, die beim Probeshooting entstanden sind (auch gern Engagementshooting oder Verlobungsshooting genannt), als sehr wertvoll für ihre Beziehung. Die Ergebnisse sind sehr innig und entspannt und vom Charakter trotz ähnlicher Abläufe und Posen anders als die Hochzeitsbilder.

„Es ist nicht wichtig, ob ihr gut vor der Kamera seid. Entscheidend ist, dass ihr euch aufeinander einlassen und miteinander fallen lassen könnt.“

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